Francisco Jesus Moreno-Fernández

Linguistik

„Swimmingpool“ heißt im kastilischen Spanisch „piscina“, im mexikanischen Spanisch aber „alberca“. Das in Buenos Aires gesprochene Spanisch wurde durch die massive Einwanderung aus Italien geprägt, und die spanischen Varietäten New Yorks weisen mittlerweile den Einfluss des Englischen auf. Sprachen variieren, durchmischen sich und sind Ergebnis dynamischer Kontakte in unterschiedlichen Räumen. Der Sprachwissenschaftler Francisco Moreno-Fernández zählt zu den weltweit herausragenden Experten in der Untersuchung der Beziehungen zwischen Sprache und Gesellschaft. Seine Forschung setzt sich unter anderem mit der Frage auseinander, welchen Einfluss der kulturelle Raum, politische und demographische Entwicklungen, oder auch die subjektive Wahrnehmung von Identität und Prestige auf Sprache haben. Besonderes Augenmerk richtet Moreno-Fernández, der als einer der einflussreichsten Soziolinguisten in der Erforschung der spanischsprachigen Gemeinschaften in Iberoamerika und den USA gilt, dabei auf Migrationsbewegungen und ihre Rolle in der komplexen Herausbildung und Entwicklung von Sprach-, Gesellschafts- und Kulturräumen. An der Universität Heidelberg soll Moreno-Fernández das neue interdisziplinäre Zentrum für Iberoamerika-Studien leiten.

Francisco Moreno-Fernández wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis im Mai 2020 verliehen.

Nominierende Universität: Universität Heidelberg

Prof. Dr. Francisco Jesus Moreno-Fernández

wurde in Spanien geboren. Er ist Professor für Spanische Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt hispanischer Kultur in den USA und seit 2013 Executive Director des Instituto Cervantes – Observatory of the Spanish language and Hispanic cultures in the United States an der Harvard University, USA. Er wurde 1984 an der Universidad de Alcalá, Spanien, promoviert, wohin er nach einem Postdoc-Aufenthalt als Fulbright Scholar an der University of Albany, USA, als Assistant Professor zurückkehrte und wo er 1996 Full Professor wurde. Gastprofessuren führten Moreno-Fernández nach Japan, Schweden, Brasilien, Chile und in die USA. Von 1998 und 2005 war Moreno-Fernández nacheinander Direktor der Institutos Cervantes in São Paulo und Chicago. Er ist korrespondierendes Mitglied mehrerer Akademien der spanischen Sprache, darunter die Real Academia Española.