Philipp Grohs

Mathematik

Dass Computer wichtige Funktionen übernehmen, ist nichts Neues, zum Beispiel beim Fliegen eines Passagierflugzeugs. Mittlerweile können Maschinen aber auch lernen und selbstständig Entscheidungen treffen. Mit dieser Art der Künstlichen Intelligenz sind allerdings viele Probleme verbunden. Der Wiener Mathematiker Philipp Grohs gehört zu den weltweit führenden Theoretikern maschinellen Lernens mit tiefen neuronalen Netzen. Die künstlichen neuronalen Netze sind dem Aufbau des menschlichen Gehirns nachempfunden. Sie verknüpfen vorhandene Informationen mit riesigen Datenmengen, reduzieren diese auf bestimmte Features, kommen eigenständig zu Entscheidungen und können diese sogar revidieren. Der Mensch liefert die Daten, greift in den Entscheidungsprozess aber nicht mehr ein. Die mathematischen Grundlagen des Deep Learning zu erforschen, gehört zu den aktuell relevantesten Problemstellungen im maschinellen Lernen. Denn begründen zu können, wie und warum ein Algorithmus eine Entscheidung trifft, ist beispielsweise wichtig für rechtliche Fragen, garantieren zu können, dass ein Algorithmus das Richtige macht, ist besonders für sicherheitskritische Probleme relevant. Grohs hat bereits substanzielle Beiträge in der Grundlagenforschung zum mathematischen Verständnis dieser Prozesse geliefert. An der RWTH Aachen soll er den neuen Lehrstuhl „Mathematik neuronaler Netze“ übernehmen und interdisziplinär auch zum Neuromorphic Computing als Schlüsseltechnologie der Zukunft forschen.

Nominierende Universität: Rheinisch-Westfälische Teschnische Hochschule Aachen

Prof. Dr. Philipp Grohs

in Österreich geboren, ist seit 2016 Professor an der Universität Wien und seit 2019 Gruppenleiter am RICAM, Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Linz. Nach Studium, Promotion und erster Postdoc-Erfahrung an der Technischen Universität Wien folgten Aufenthalte an der King Abdullah University of Science and Technology in Thuwal, Saudi-Arabien und der ETH Zürich, Schweiz, wo er von 2011 bis 2016 eine Position als Assistant Professor innehatte. 2014 wurde Grohs mit dem ETH Latsis Preis ausgezeichnet. Er ist außerdem im Vorstand der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft und Mitglied der IEEE Information Theory Society sowie in Editorial Boards diverser Fachzeitschriften.