Jens Meiler

Bioinformatik

Proteine sind ein wesentlicher Baustoff allen Lebens: Sie sind entscheidende Bestandteile von Zellen und Geweben, auch Hormone und Antikörper des Immunsystems bestehen aus diesen Eiweißen. Die genaue Vorhersage der Proteinstruktur allerdings stellt die Wissenschaft nach wie vor vor Herausforderungen. Gängige Verfahren wie Röntgenstrukturanalysen oder spektroskopische Methoden sind zeit- und kostenintensiv – gesucht werden deshalb rechnergestützte Verfahren. Der Bioinformatiker Jens Meiler gilt weltweit als führender Experte für diese Forschung an der Schnittstelle von Biologie, Physik, Chemie und Informatik. So hat Meiler beispielsweise wesentlich zur Entwicklung des Programms Rosetta beigetragen, das mittlerweile in Laboren weltweit eingesetzt wird. Mit Rosetta werden Algorithmen entwickelt und getestet, um Proteinstrukturen und -bindungen aus einer Aminosäuresequenz schnell und zuverlässig vorherzusagen. Dies könnte helfen, neue Heilmethoden, etwa für AIDS, Krebs, Malaria, Alzheimer oder Virenerkrankungen, zu finden.
Als Humboldt-Professor an der Universität Leipzig soll Jens Meiler die Lebenswissenschaften stärken, deren zentrales Forschungsthema die Kommunikationswege in und zwischen Zellen sind. Geplant ist die Gründung eines “Institute for Innovation in Rational Drug Design“. Daneben soll Meiler in Leipzig ein “European Center for ROSETTA Therapeutic Design” etablieren.

Jens Meiler wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis im Mai 2019 verliehen.

Nominierende Universität: Universität Leipzig

Prof. Dr. Jens Meiler

wurde in Deutschland geboren. Seit 2016 ist er Professor für Chemie, Pharmakologie und Biomedizinische Informatik an der Vanderbilt University in Nashville, USA, wo er bereits seit 2005 zuerst als Assistant, dann als Associate Professor tätig war. Meiler studierte zunächst an der Universität Leipzig, bevor er für seine Promotion nach Frankfurt ging, die er 2001 abschloss. Als Postdoctoral Fellow war er anschließend für vier Jahre an der University of Washington in Seattle, USA. 2015 erhielt er den Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung. 2017 wurde er in die Sächsische Akademie der Wissenschaften gewählt.