Anke Hoeffler

Politische Ökonomie

Anke Hoeffler ist eine der meistzitierten Gesellschaftswissenschaftlerinnen weltweit. Die Ökonomin und Politikwissenschaftlerin forscht zu Gewalt, Konflikten und Bürgerkriegen und deren ökonomischen Konsequenzen. Viel Beachtung fand etwa eine Studie zu den wirtschaftlichen Folgen von Gewalt und kriegerischen Auseinandersetzungen, an der Hoeffler beteiligt war. Häusliche Gewalt verursacht demnach weltweit die höchsten Kosten – sie sind 50 Mal höher als die finanziellen Verluste durch Bürgerkriege. Mit der häuslichen Gewalt ist somit für Gesellschaften eine Gewaltform die teuerste, die bislang vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erhält. Prägend für die akademische und öffentliche Diskussion ist auch der so genannte Greed and Grievance-Ansatz, den Anke Hoeffler gemeinsam mit dem britischen Migrationsforscher Paul Collier entwickelte: Sie untersuchten dabei, ob Bürgerkriege hauptsächlich aus einem Leidensdruck wie zum Beispiel politischer Unterdrückung oder religiös-ideologischen Motiven heraus entstehen oder inwiefern ökonomische Aspekte wie gute Finanzierungsmöglichkeiten eine Rebellion begünstigen. Als Humboldt-Professorin soll Anke Hoeffler die Konflikt- und Entwicklungsforschung an der Universität Konstanz stärken, wo um sie herum ein Zentrum für „Conflict Research and Development Policy“ entstehen soll. Vorgesehen sind Forschungen beispielsweise zur Situation in Liberia und zum Umgang mit syrischen Flüchtlingen in Jordanien.

Nominierende Universität: Universität Konstanz

Dr. Anke Hoeffler

wurde in Deutschland geboren. Sie ist derzeit Research Officer am Centre for the Study of African Economies der University of Oxford, Vereinigtes Königreich. In Oxford forscht sie bereits seit 1999, wo sie nach ihrem Studium in Würzburg und London auch promoviert wurde. Für ihre Forschungen erhielt sie Finanzierung beispielsweise von der Weltbank oder der Europäischen Kommission. Anke Hoeffler war 2014 Visiting Scholar an der Universität Mannheim, Deutschland. Sie ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien und Organisationen wie dem African Economic Research Consortium (AERC) oder dem International Peace Research Institute Oslo.