Malte Gather

Nanobiophotonik

Klassische Laser benutzen Halbleiter, um einen Laserstrahl zu erzeugen. Dass aber auch biologische Zellen als Lasermedium benutzt werden können, ist eine neuere Erkenntnis, mit der der Physiker Malte Gather vor einigen Jahren Aufsehen erregte. Inspiriert von leuchtenden Quallen verwendete er ein grün fluoreszierendes Protein, das von Bakterienzellen produziert wird, und benutzte es als Verstärker für optische Signale. Eine Technik also, die lebende Zellen in winzige Laser verwandelt. Entdeckungen wie diese machen das junge Fachgebiet Nanobiophotonik aus. Es erforscht an den Schnittstellen zwischen Biophysik, Materialphysik und Medizin die Grundlagen für Anwendungen beispielsweise in neuen Materialien oder in der medizinischen Diagnostik und Therapie. Aktuell arbeitet Malte Gather an biokompatiblen Anwendungen der von Smartphone-Displays bekannten OLED-Technik, die das Potenzial zur Heilung visueller Neuroerkrankungen haben.
An der Universität Köln soll er das neu gegründete Forschungszentrum für NanoBioPhotonics leiten und Arbeiten in den Bereichen der Material- und Lebenswissenschaften zusammenführen.

Malte Gather wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis im Mai 2019 verliehen.

Nominierende Universität: Universität zu Köln

Prof. Dr. Malte Gather

in Deutschland geboren, ist seit 2013 Lehrstuhlinhaber an der School of Physics and Astronomy der University of St Andrews in Schottland. Nach seinem Studium der Physik am Imperial College London und an der Universität zu Köln, wo er 2008 im Fachbereich Chemie promoviert wurde, ging Gather zunächst als Research Fellow an die University of Iceland in Reykjavík, dann für drei Jahre an die Harvard University, Boston, USA. 2011 kehrte er nach Deutschland zurück, um eine Juniorprofessur an der Technischen Universität Dresden anzutreten. Gather wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, darunter 2014 mit einem ERC Starting Grant.