Margaret C. Crofoot

Biologie / Bewegungsökologie

Wenn Vogelschwärme abrupt und doch in perfekter Abstimmung die Richtung ihres Fluges ändern, brauchen sie hierfür keinen Anführer. Doch funktioniert dies auch in Gruppen von Tieren, die stärker hierarchisch organisiert sind, etwa bei Affen? Wie bewegen sich Tiere in Gruppen, wie verteidigen sie ihr Territorium und wie treffen sie Entscheidungen? Das junge Forschungsfeld der Bewegungsökologie geht solchen Fragen nach. Die Anthropologin Meg Crofoot untersucht hierfür Gruppen von Pavianen, die sie mit GPS-Empfängern ausstattet, um ihre Bewegungen zu verfolgen und zu analysieren. Die Ergebnisse ihrer Arbeit zeigen, wie komplex die Entscheidungsfindung in diesen Gruppen ist und dass nicht allein der Rudelführer bestimmt, wo es lang geht. Es kommt vielmehr wie in einer Demokratie zu Mehrheitsentscheidungen, aber auch zu reflexhaftem Verhalten, bei dem sich die Tiere beispielsweise nach der Entfernung von verschiedenen Zielen oder dem Winkel, in dem sich die Gruppe hierzu befindet, ausrichten. An der Universität Konstanz soll Crofoot helfen, den Schwerpunkt Movement Ecology aufzubauen und das Forschungsfeld, das bislang Fische und Vögel umfasst, um soziale Gruppen wie Affen zu erweitern.

Nominierende Universität: Universität Konstanz

Prof. Dr. Margaret C. Crofoot

wurde 1980 in den Vereinigten Staaten geboren. Seit 2017 ist sie Associate Professor am Department of Anthropology der University of California, Davis, USA, sowie seit 2010 Research Associate am Smithsonian Tropical Research Institute in Panama, wo sie zuvor als Postdoktorandin forschte. Bevor sie an der Harvard University, Cambridge, Massachusetts, studierte und 2008 promoviert wurde, erlangte sie ihren Bachelor an der Stanford University in Kalifornien. Crofoot erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter 2016 den Provost’s Fellowship for Diversity in Teaching der University of California. Sie ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien, wie der American Association of Physical Anthropologists, der International Primatological Society und der Animal Behavior Society. Sie sitzt außerdem im Executive Board der ICARUS Initiative, die von Max-Planck-Forschungspreisträger Martin Wikelski geleitet wird.