Warum ist Aachen besser als New York?

Text: Kilian Kirchgeßner

Diesen einen Satz bekommt David DiVincenzo immer noch von Freunden zugerufen: „Hey David“, sagen sie zu ihm, „wie man hört, bist du zu einem Sabbatical in Deutschland!“ Nein, erklärt er dann geduldig: In Aachen ist er nicht für eine kurze Auszeit, sondern für seine Forschung – und vor allem dauerhaft. Aus New York City ist er weggezogen, jetzt arbeitet er eben hier und forscht über die Zukunft der Computer. Als einer der ersten Physiker überhaupt hat sich DiVincenzo schon in den 80er-Jahren mit der Quanteninformatik beschäftigt, in Deutschland stellt er jetzt eine Mannschaft mit den profiliertesten Experten auf dem Gebiet zusammen. Ihr Ziel ist ein Quantencomputer – ein Rechner, dessen Funktionsprinzip völlig anders ist als das heutiger Computer. Mit ihm könnte man Berechnungen vornehmen, die so komplex sind, dass alle bisherigen Rechner an ihnen scheitern. Und warum gerade in Aachen? „Die Bedingungen für die Grundlagenforschung sind hier ideal“, sagt er. Sowohl die Universität als auch das nahegelegene Forschungszentrum Jülich seien bestens ausgestattet – und seine Familie mit ihren europäischen Wurzeln ist begeistert von good old Europe. Und schließlich fängt DiVincenzo doch an zu schmunzeln, wenn er New York und Aachen vergleicht. „In New York habe ich ja auch nicht am Times Square gewohnt“, sagt er dann. In Aachen fehle ihm rein gar nichts – „nur manchmal denke ich: Diese Internationalität, die ist dann doch in New York ein bisschen mehr zu spüren!“