29.05.2015

Zwei Humboldtianer erhalten Prinzessin-von-Asturien-Preise 2015

Eine der hochrangigsten Auszeichnungen Spaniens geht an den Philosophen und Humboldtianer der ersten Stunde Emilio Lledó Íñigo sowie an die Molekularbiologin und Humboldt-Professorin Emmanuelle Charpentier.

Der spanische Philosoph und Humboldtianer Emilio Lledó Íñigo erhält den Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Geisteswissenschaften. Er werde als Denker mit international hohem Ansehen und beispielhafter Karriere in den Geisteswissenschaften geehrt, heißt es in der Begründung der Jury.
Der 1927 in Sevilla, Spanien, geborene Lledó Íñigo ist ein Humboldtianer der ersten Stunde: Wenige Monate nach Gründung der heutigen Alexander von Humboldt-Stiftung kam er 1954 mit einem Humboldt-Forschungsstipendium an die Universität Heidelberg. Hier lernte er die deutschen Philosophen Hans-Georg Gadamer und Karl Löwith kennen. Nach weiteren Deutschlandaufenthalten wurde er 1964 Professor an der Universidad de La Laguna auf Teneriffa, wechselte drei Jahre später nach Barcelona und schließlich nach Madrid an die Universidad Nacional de Educación a Distancia, wo er bis zu seiner Emeritierung lehrte.
Lledó Íñigo erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1990 auch den Humboldt-Forschungspreis für sein bisheriges Gesamtschaffen. Immer wieder kehrte er als Humboldt-Alumnus nach Deutschland zurück, zum Beispiel an das Berliner Wissenschaftskolleg, wo er Mitglied auf Lebenszeit ist, und an die FU Berlin.

In der Sparte Forschung in Naturwissenschaft und Technik wird die französische Molekularbiologin und Humboldtianerin Emmanuelle Charpentier mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis ausgezeichnet. Ihre Entdeckung des CRISPR-Cas Systems, einer Gen-Editierungs-Technologie, habe zu einer regelrechten „Revolution in der Molekularbiologie“ geführt, so die Jury.
Die 1968 geborene Emmanuelle Charpentier war 2014 mit einer Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet worden und forscht seitdem an der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Charpentier teilt sich den Prinzessin-von-Asturien-Preis mit ihrer US-amerikanischen Kollegin Jennifer Doudna von der University of California in Berkeley, USA.

Der Prinzessin-von-Asturien-Preis gilt als „spanischer Nobelpreis“. Er wird jährlich in acht Sparten von der Fundación Princesa de Asturias vergeben und ist mit je 50.000 Euro dotiert. Die Preise werden im Oktober im Rahmen einer Feier im spanischen Oviedo überreicht.