14.11.2019

Neue Alexander von Humboldt-Professuren vergeben – eine davon für Künstliche Intelligenz

Zwei Wissenschaftler aus dem Ausland sollen 2020 den höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands erhalten und nach Erlangen-Nürnberg und München wechseln.

Der Biophysiker Kristian Franze und der Informatiker Daniel Rückert wurden für Deutschlands höchstdotierten internationalen Forschungspreis ausgewählt. Mit der Alexander von Humboldt-Professur werden weltweit führende und bislang im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen durchführen sollen.

  • Der Biophysiker Kristian Franze untersucht, wie Nervenzellen durch mechanische Kräfte beeinflusst werden. Er wurde von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vorgeschlagen. Zum Zeitpunkt der Nominierung forschte er an der University of Cambridge im Vereinigten Königreich.
  • Der Informatiker Daniel Rückert erforscht, wie Künstliche Intelligenz Bildgebungsverfahren in der Medizin verbessern kann. Er arbeitet bisher am Imperial College London im Vereinigten Königreich und wurde von der Technischen Universität München nominiert. Er wird mit der Alexander von Humboldt-Professur für Künstliche Intelligenz ausgezeichnet.

Damit stehen Daniel Rückert und der bereits im März 2019 ausgewählte Neurowissenschaftler Peter Dayan, der zum 1. Januar 2020 seine Humboldt-Professur in Tübingen antreten wird, als erste Humboldt-Professoren für Künstliche Intelligenz fest. Mit den zusätzlichen Humboldt-Professuren, die bis zum Jahr 2024 auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz besetzt werden, trägt die Humboldt-Stiftung zur nationalen KI-Strategie der Bundesregierung bei. Daneben bleiben bis zu zehn Professuren wie gewohnt für alle Disziplinen offen.

Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro dotiert. Das Preisgeld ist für die ersten fünf Jahre Forschung in Deutschland bestimmt. Die Auszeichnung wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Die neu ausgewählten Preisträger treten nun in Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie für den Preis vorgeschlagen haben. Nehmen die Wissenschaftler die Humboldt-Professur an, wird ihnen der Preis im Mai 2020 verliehen.

Die Humboldt-Professur eröffnet deutschen Hochschulen die Chance, Spitzenkräften international konkurrenzfähige Rahmenbedingungen zu bieten und ihr eigenes Profil im weltweiten Wettbewerb zu schärfen. Der Preis beinhaltet zugleich die Verpflichtung, den neuen Humboldt-Professoren eine langfristige Perspektive für ihre Forschungen in Deutschland zu bieten. Bislang wurden insgesamt 77 Wissenschaftler, darunter 15 Frauen, auf eine Humboldt-Professur berufen, um mit dem Preis aus dem Ausland nach Deutschland zu wechseln.

Wir begrüßen Synergien der Alexander von Humboldt-Professuren für Künstliche Intelligenz mit im Rahmen der nationalen KI-Strategie der Bundesregierung geförderten DFG-Projekten.