08.05.2018

Diese Forscher kommen, um zu verändern

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und der Präsident der Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape verleihen die Alexander von Humboldt-Professuren

Zehn Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland sind am Dienstagabend in Berlin mit dem höchstdotierten Forschungspreis Deutschlands ausgezeichnet worden, der Alexander von Humboldt-Professur. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und der Präsident der Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape überreichten die Preise während einer Festveranstaltung an Anne van Aaken, Wil van der Aalst, Peter Baumann, Marco Caccamo, James Conant, Ewa Dąbrowska, Arno Rauschenbeutel, Guus F. Rimmelzwaan, Michael H. Sieweke und Raul Tempone. Zugleich wurde das zehnjährige Bestehen der Humboldt-Professur gefeiert, die 2008 startete.

Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden von deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nominiert und werden nun in Aachen, Berlin, Dresden, Erlangen-Nürnberg, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mainz und München forschen. Die Auszeichnung ist mit je fünf Millionen Euro für experimentell und je dreieinhalb Millionen Euro für theoretisch arbeitende Wissenschaftler dotiert.

„Humboldt-Professorinnen und -Professoren verändern mit ihrer Forschung unser Leben: ob sie an neuen Impfstoffen arbeiten, das Altern der Zellen beeinflussen oder die Sicherheit von Steuersystemen in Kraftwerken erhöhen. Sie bekommen die Freiheit, sich fünf Jahre lang ganz auf die Wissenschaft zu konzentrieren. Auch um Grundlagen zu erforschen und Fragen zu beantworten, deren Relevanz vielleicht erst viel später sichtbar wird“, erklärte Stiftungspräsident Hans-Christian Pape. „Die Alexander von Humboldt-Professoren kommen zugleich, um unsere Forschung und unsere Hochschulen zu verändern. Sie bringen aus dem Ausland ganz andere Erfahrungen und Prägungen mit. So entfachen sie frischen Wind und irritieren gezielt das Innenleben unserer Hochschulen, brechen traditionelle Fachgrenzen auf und knüpfen neue, interdisziplinäre Netzwerke. Die Humboldt-Professuren sind damit auch zum Symbol von Erneuerung und Interdisziplinarität geworden“, betonte Pape.
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, erklärte: „Sie kommen aus Frankreich, Saudi-Arabien oder den USA: Der Forschungsstandort Deutschland gewinnt mit der Humboldt-Professur seit zehn Jahren Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der ganzen Welt. Davon profitieren unsere Hochschulen, unser Wissenschaftssystem und letztlich unsere ganze Gesellschaft.“ Den neuen Humboldt-Professoren rief Karliczek zu: „Ich wünsche mir, dass Wissenschaft sich aktiv in die Gesellschaft einbringt. Stellen Sie Ihre Arbeit in die Tradition ihres Namenspatrons Alexander von Humboldt und erklären Sie Ihre Forschungsergebnisse! Diskutieren Sie mit den Bürgerinnen und Bürgern und suchen Sie gemeinsam mit Ihnen nach Antworten!“

Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Humboldt-Stiftung jährlich bis zu zehn weltweit führende, im Ausland tätige Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen aus. Neben der herausragenden wissenschaftlichen Qualifikation der Kandidaten sind die Konzepte der Hochschulen entscheidend, die den Forschern und ihren Teams eine dauerhafte Perspektive in Deutschland bieten sollen. Die Auszeichnung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Ausführliches Videomaterial und Fotos unter:
humboldt-professur.de/de/mediathek

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick:

  • Hamburg: Anne van Aaken (Rechtswissenschaften/Ökonomie) wechselt von der Universität St. Gallen in der Schweiz an die Universität Hamburg.
  • Aachen: Wil van der Aalst (Informatik/Computer Science) ist von der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden an die RWTH Aachen gewechselt.
  • Mainz: Peter Baumann (Zellbiologie) ist bereits vom University of Kansas Medical Center, dem Stowers Institute for Medical Research und dem Howard Hughes Medical Institute, USA, an die Johannes Gutenberg-Universität und das Institut für Molekulare Biologie gGmbH (IMB) in Mainz gegangen.
  • München: Marco Caccamo (Technische Informatik/Echtzeit-Systeme) wechselt von der University of Illinois at Urbana-Champaign, USA, an die Technische Universität München.
  • Leipzig: James Conant (Philosophie) ist von der University of Chicago, USA, an die Universität Leipzig gekommen.
  • Erlangen-Nürnberg: Ewa Dąbrowska (Kognitive Linguistik) wechselt von der University of Birmingham, Vereinigtes Königreich, an die Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Berlin: Arno Rauschenbeutel (Quantenoptik/Atomphysik) kommt vom Vienna Center for Quantum Science and Technology in Wien, Österreich, an die Humboldt-Universität zu Berlin.
  • Hannover: Guus F. Rimmelzwaan (Virologie/Immunologie) ist vom Erasmus MC, University Medical Center Rotterdam in den Niederlanden, an die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover gewechselt.
  • Dresden: Michael H. Sieweke Immunologie/Stammzellforschung) ist vom Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und vom Centre d’Immunologie de Marseille-Luminy, Frankreich, an die Technische Universität Dresden gekommen.
  • Aachen: Raul Fidel Tempone (Angewandte Mathematik) geht von der King Abdullah University of Science and Technology in Thuwal, Saudi-Arabien, an die RWTH Aachen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung
Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 28.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.