Michael H. Sieweke

Zellbiologie

Unser Körper befindet sich in stetigem Wandel. Die Eigenschaft von Stammzellen zur Selbsterneuerung führt dazu, dass Zellen in den meisten Geweben – sei es im Darm, in der Haut oder im Blut – immer wieder neue frische Zellen bilden. So wird das Gewebe erhalten oder nach Verletzungen geheilt. Michael Siewekes Spezialgebiet sind dabei die Mechanismen der Blutbildung, wo er international anerkannte Arbeiten geliefert hat, die für mögliche künftige zelluläre Therapieansätze von Bedeutung sein könnten. So entdeckte Sieweke beispielsweise einen Notfallmechanismus, der auf Gefahren wie schwere Infektionen und Entzündungen zügig reagiert und den Körper mit neuen weißen Blutzellen versorgt. Bei Infekten oder Entzündungen können Stammzellen demnach auf Botenstoffe reagieren und dann die Produktion von speziellen Blutzellen anregen, die die Erreger bekämpfen. Dieser Mechanismus, so eine Hoffnung, die mit Siewekes Forschung verbunden ist, könnte in Zukunft bei Knochenmarktransplantationen dabei helfen, dass das Immunsystem schneller wieder aufgebaut wird. Als Humboldt-Professor soll Sieweke die Technische Universität Dresden künftig im Bereich der Geweberegeneration stärker positionieren und insbesondere die Translation voranbringen, also die mittelfristige medizinische Umsetzung der Forschungen.

Nominierende Universität: Technische Universität Dresden

Prof. Dr. Michael H. Sieweke

wurde 1963 in Deutschland geboren und ist Directeur de Recherche am Centre National de la Recherche (CNRS) und Gruppenleiter am Centre d’Immunologie de Marseille-Luminy, Frankreich. Dorthin wechselte Michael Sieweke bereits 1999 nach seiner Habilitation in Heidelberg. Er studierte in Tübingen und wurde an der University of California, Berkeley, USA, promoviert. Sieweke erhielt zahlreiche Stipendien und Preise und gehört wissenschaftlichen Gremien und Verbänden wie der International Society of Stem Cell Research an.