Anne van Aaken

Rechtswissenschaften / Ökonomie

Welche Effekte hat es, wenn Parlamentarier zu Transparenz verpflichtet werden und ihre Nebeneinkünfte öffentlich darlegen müssen? Und wie ist das sogenannte Nudging rechtlich zu bewerten? Bei dieser recht jungen Regulierungsmethode setzt der Staat nicht auf Verbote und Pflichten, damit sich Bürger in bestimmter Art und Weise verhalten. Stattdessen setzt die Politik Nudges: Sie gibt den Bürgern „Anstupser“ in eine bestimmte Richtung, lässt ihnen aber die Möglichkeit, zu entscheiden. Beispiele finden sich etwa dort, wo sich Bürger aktiv gegen eine Organspende entscheiden und ihr widersprechen müssen oder Verbraucher in Abrechnungen darauf hingewiesen werden, dass sie mehr Energie verbrauchen als ihre Nachbarn.
Anne van Aaken gilt als international profilierte Expertin für solche Grundfragen des Rechts. Sie widmet sich vielfältigen Rechtsgebieten, vom Völkerrecht über das internationale Wirtschaftsrecht bis hin zu Gebieten wie Korruption oder Finanzmarktaufsicht und -regulierung. Diese Themen betrachtet sie aus Perspektive der Rechtswissenschaften und der Verhaltensökonomie – ein Brückenschlag, der neue Ansätze bei Fragen zum Wandel rechtlicher Ordnung oder Entwicklungen von (internationalem) Recht durch Prozesse der Globalisierung verspricht. An der Universität Hamburg soll Anne van Aaken die ökonomische Analyse des Rechts vorantreiben und die theoretische Orientierung sowie die empirische Forschung der Hamburger Rechtswissenschaften stärken.

Nominierende Universität: Universität Hamburg

Prof. Dr. Anne van Aaken

1969 in Deutschland geboren, ist Professorin für Recht und Ökonomie, Rechtstheorie, Völker- und Europarecht an der Universität St. Gallen, Schweiz. Nach Studium und Promotion forschte sie in Deutschland unter anderem am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn, sowie am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg. Weitere Stationen waren Israel, Äthiopien, Chile und die USA, wo van Aaken Gastforscherin unter anderem an der Berkeley Law School oder der Yale Law School war. Sie ist Mitglied von Verbänden wie der International Law Association und Vizepräsidentin der European Society of International Law. Van Aaken gehört den Redaktionsbeiräten zahlreicher Fachzeitschriften an, etwa dem European Journal of International Law.