Karen Radner

Altertumswissenschaften

Die Altorientalistin Karen Radner forscht mit Blick aufs große Ganze. Sie zählt zu den weltweit führenden Expertinnen für die Geschichte Mesopotamiens zur Zeit des neuassyrischen Reichs (9. bis 7. Jahrhundert vor Christus), das als das erste Großreich der Weltgeschichte gilt. Die Keilschriftforscherin befasst sich insbesondere mit den schriftlichen Überlieferungen dieser Epoche und nutzt sie zur Rekonstruktion der Zeit- und Sozialgeschichte. Radner hat zahlreiche Ersteditionen bislang unbekannter Keilschriften vorgelegt. Dabei widmet sich die Österreicherin auch bislang wenig beachteten Quellen wie Alltagsüberlieferungen. Auch bei der Publikation ihrer Arbeiten geht sie ungewohnte Wege: Radner gilt als Anhängerin der Digital Humanities, der digitalen Geisteswissenschaften. Ihre Arbeiten und Editionen macht sie zum Teil im Internet öffentlich zugänglich. Als Alexander von Humboldt-Professorin soll sie die Altertumswissenschaften an der Universität München verstärkt auf eine antike Weltgeschichte ausrichten.

Nominierende Universität: Ludwig-Maximilians-Universität München

Prof. Dr. Karen Radner

1972 in Österreich geboren, ist derzeit Professorin am University College London in Großbritannien. Sie studierte in Österreich an der Universität Wien sowie an der Freien Universität Berlin in Deutschland und wurde 1997 in Wien promoviert. Danach wechselte sie nach Finnland an die Universität Helsinki. Nach Stationen an verschiedenen Universitäten in Deutschland und Österreich ging sie ans University College London, wo sie 2005 als Lecturer begann und seit 2010 Professorin ist. Daneben hat Radner hat an zahlreichen Grabungs- und Forschungsprojekten in Griechenland, Syrien, im Irak und in der Türkei teilgenommen. Radner ist zudem im redaktionellen Beirat zahlreicher Fachzeitschriften, darunter das Journal of Near Eastern History. Im August 2015 trat sie ihre Humboldt-Professur an der LMU an.